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November 2000

Einfach anders denken ist einfacher als man denkt!



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Die sigmoidale Kurve nehmen. Just in Time.


Die sigmoidale Kurve ist nicht nur eine mathematische Formel. Sie veranschaulicht das biologische Gesetz alles Lebens, die Geschichte vieler Gesellschaften, Unternehmen und, heruntergebrochen auf den kleinsten Nenner, die Zeitlinie individueller Lebensläufe. Seitdem die VUCA-Welt alle Unternehmen  zwingt, sich vor dem eigenen Erfolg zu hüten und Millionen permanente Mitarbeiter zu Wanderarbeitern macht, interessieren sich auch immer mehr Think Tanks für sie, denn

statt komplexer Analysen zeigt die sigmoidale Kurve nicht nur das Problem, sondern auch gleichzeitig die Lösung:

  • Erfinde Dich ständig neu, und zwar wenn und gerade weil Erfolg dir mehr Spielraum gibt.
  • Setze der flüchtigen VUCA-Welt das Prinzip des proaktiven Neubeginns entgegen. Proaktivität bedeutet frühzeitiges selbstbestimmtes Handeln, noch ehe das Umfeld das Unternehmen und den Einzelnen zu (reaktiven) Maßnahmen zwingt.

In der VUCA-Welt wird das Prinzip der Second Curve zu einer Überlebensstrategie.

Die “Second Curver folgen nicht den Trends. Sie greifen ihnen vorweg, prägen sie oft mit und machen aus der Notwendigkeit der permanenten Innovation eine Tugend.  Selbstbestimmtes Handeln ist ihre Alternative zum Abwärtstrend, der in der VUCA-Welt schneller und heftiger denn je zuvor kommt.

Steve Jobs  war der bekannteste Vertreter dieser “Second Curver“. Vom Mac zum ipod, ipad, iphone, bei jeder neuen Innovation wuchs das Unternehmen über sich hinaus, ist heute mehr wert als Volkswagen. Wolfsburg, das Emblem des Wirtschaftswunders der 50er Jahre, liegt gleich nebenan. Doch die Autofabriken der Zukunft entstehen heute in China  und aus der stolzen Autostadt in der Lüneburger Heide wird vielleicht bald eine neue Partnerstadt von Detroit.

Denn inzwischen steht auch die Industrie 4.0 steht vor der Tür. Sie konzentriert Zeit und Raum, nährt sich von der Web 2.0 und Web 3.0 Dynamik und revolutioniert die Produktions- und  Arbeitsprozesse. Die Zukunft gehört den smarten, schnellen und kleinen Produktionseinheiten und Dienstleistern, die sich nicht nur auf die Bedürfnisse und Nachfrage der Märkte sofort einstellen können, sondern sie vorwegnehmen.

Wo sind die “Second Curver” im Lager der Kleinunternehmen und ihrer mobilen, flexiblen, agilen Mitarbeiter? Wie bereiten sie sich auf die Industrie 4.0, das digitale Business jetzt im Jahre 2015 vor, während die Grossunternehmen intensiv weiter Stellen abbauen, Produktionsstätten auslagern  und ihre Kernaktivitäten segmentieren, weil sie den Arbeitsplatz der Zukunft schon längst in ihre Strategien eingeplant haben?

Die sigmoidale Kurve bietet zwar eine intelligente Business-Lösung für Kleinunternehmen, setzt aber gerade bei ihnen einen Paradigmenwechsel auf drei entscheidenden Ebenen voraus. Smarter Arbeiten. Anders Lernen. Anders Leben. Das geht nur, wenn auch sie die drei Vorstufen der digitalen Revolution (Web 1.0, Web 2.0, Web 3.0) in ihre Kernkompetenzen integriert haben. 

In den nächsten Folgen gehen wir auf die Suche nach den “Second Curver” dank denen sich fast alles verändern wird. Wo und wie setzen sie zweite Kurve an, die Kreativität, Reaktivität und Innovation freisetzt? Was ist sofort machbar und wo sind die versteckten Hindernisse?

Bleiben Sie dabei.Dabeisein ist mehr Wert.

Arbeit in der VUCA-Welt ist nur eine Frage der Zeit


Arbeit in der VUCA-Welt

Arbeit_in_der_VUCA-Welt. Arbeitsmarketing 2.0. ununi.tv 2014

Spätestens 2020 wird jeder zweite Erwerbstätige den Arbeitsmodus wechseln, denn die digitale Revolution, die flexiblen Kapitalströme und die Globalisierung beschleunigen sich gegenseitig und stimulieren das VUCA-Syndrom: Volatilität, Ungewissheit, Komplexität, Ambivalenz beherrschen heute die Märkte, auf denen die Unternehmen flexibel, agil, mobil sein müssen.

Das flexible Kapital ist der Schrittmacher der Wirtschaft 21.

Es fordert optimale Produktivität, schlanke Betriebsstrukturen, schnelle Profite. Dabei entsorgt es nebenbei das europäische Sozialmodell. Das flexible Kapital ist der eindeutige Gewinner dieser ersten Etappe eines dreistufigen Prozesses, der den globalen Arbeitsmarkt revolutioniert und wir stehen erst am Anfang des Umbruchs.  Einige sind schon in Pole Position, doch nicht jene, die es eigentlich schon lange  sein sollten.

Wie reagieren die Unternehmen? Sie stellen ihr Betriebssystem von langfristig auf kurzfristig um. Viele verschlanken ihre Strukturen und befreien sich von Ballast: Aufwändige Gewerbeflächen und vor allem Festangestellte werden in der VUCA-Ökonomie zu Risikofaktoren. Die Lean Management Theorien der 90er Jahre hatten die gröβeren Unternehmen schon gründlich zerlegt. Sie bekamen mit den VUCA-Märkten einen unverhofften Teilchenbeschleuniger und vollbrachten gemeinsam die zweite Etappe des Paradigmenwechsels in der Arbeitswelt. Die USA sind Europa auch hier wieder um zehn Jahre voraus. Aber der Weg zur Freelance-Ökonomie wird auch hier  frei.

Doch auf die KMU warten jetzt ganz neue Herausforderungen wie das Workforce Marketing oder das proaktive Arbeitsmarketing 2.0. Nur wenige wissen, was es damit auf sich hat und haben damit einen riesigen Wettbewerbsvorteil.

Und die Erwerbstätigen? Die Business-Lösung der VUCA-Ökonomie klingt revolutionär: Die Wissensarbeiter werden zu Mikrounternehmern, Freelancern, temporären Mitarbeitern. Von allen Zwängen und Hierarchien befreit, können sie endlich ihrem eigenen Innovationspotential freien Lauf lassen! Künftig können sie sogar frei bestimmen, wie viel sie verdienen und wann und wo sie arbeiten wollen.

Damit werben z.B. auch die Sozialen Netzwerke für Business wie XING und LinkedIn erfolgreich um neue Mitglieder.

Selbstentrepreneurship wurde zwar zur Mantra einer Industriegesellschaft im Endstation, doch der Mikro-Entrepreneur im Umbruch wird zum Self-made man der Wissensgesellschaft und der Webökonomie. Gleichzeitig ist  er Pionier auf einem neuen Kontinent, den er jeden Tag neu vermessen darf.  Mehr dazu auf ununi.tv.

Berlin, November 2014