Archive

November 2000

Einfach anders denken ist einfacher als man denkt!



View my Flipboard Magazine.

Categories


Das kleine Geld der Crowd


Das Geld aus der Crowd

Das Geld der anderen

Für Künstler ist es eine Existenzfrage. Das Geld der anderen. Sie brauchen es, noch bevor ihr Name und ihre Kunst als Marktwert gehandelt wird. Dafür buhlten sie einst um die Gunst des Prinzen, der Mäzene, Sponsoren und nun um die der Verteiler von Fördergeldern. Doch nur wenige sind auserwählt. Die grosse Mehrheit der Kreativen und Künstler in spé geht heute unter die Leute. Hie und da noch analog mit dem Hut, aber zunehmend digital und Online.  Crowdfunding nennt sich dieser neue digitale Klingelbeutel, den immer mehr Startups gerne aufhalten – es ist auch für sie eine Überlebensfrage.

Die Masse soll’s richten!

Crowdfunding  ist seit 2012 ebenfalls das Prinzip Hoffnung der Startups und präsentiert sich als alternatives Finanzierungsmodell für KMU mit neuen marktgerechten Produkten und Lösungen. Viele haben heute die Ideen und das Know-How, um in der Industrie 4.0 und der Dritte Industrielle Revolution innovative Geschäftsideen, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Doch nach der Entwicklungsphase brauchen alle innovativen KMU informelles Kapital für weiteres Wachstum. Das ist in Deutschland fast unmöglich.

Bei den Produktentwicklungen der Inclusive Economy, der Circular Economy und den Frugal Innovators verliert Deutschland somit wieder Wettbewerbsvorteile. Ohne Geld haben die besten Geschäftsideen und neuesten Technologien keine Zukunft.

Die spärliche Crowd der Old Economy

Die USA betrachten deshalb Crowdfunding als Alternativlösung  just in time. Crowdfunding, Crowdfinancing und Crowdinvesting  vitalisieren dort die KMU 21 und den Jobmarkt. 2012 bekamen die drei jedoch auch ein leichtes Korsett, denn das toxische Ponzi-System wuchert am grauen Kapitalmarkt besonders schnell. Genau das befürchten auch zurecht die Millionen deutscher Kleinanleger. Sie stehen anders als die Chinesen, die Amerikaner oder Briten dem Crowdfunding und Crowdinvesting abwartend gegenüber. Die reichsten Länder Europas knausern an Zukunftsinvestitionen, denn die Zukunft birgt, wie bekannt, unkalkulierbare Risiken!

How much do Europeans invest in Crowdfunding?

How much do Europeans invest in Crowdfunding?

Zuviele Grauzonen zerstören ausserdem das Vertrauen und so bleibt der steigende Kapitalbedarf der 886.000 Gründer 2014 im DA-CH bis aufs Weitere unbefriedigt.

Deutschland – einig Sparerland

Mangel war schon immer eine lukrative Einkommensquelle für jene, die den Bedarf und das dringend gesuchte Produkt dazu rechtzeitig zusammenbringen. Darum versuchen seit 2012 immer mehr Crowdfunding-Plattformen in Deutschland, Ideen und Kapital zu vernetzen. Der Kapitalmangel der KMU 21 wird zur festen Grösse. Sie müssen nur noch anhand der potentiellen Kapitalmasse die Anbieter stimulieren.

 

Das ist aber  eine Frage des Marketings und hierzulande nicht so einfach, denn

  1. die Bankenkrise hat Millionen Kleinanleger gebeutelt. Sie legen ihr Geld lieber in ihr Sparbuch oder in einen Grund- bzw. Immobilienbesitz an.
  2. Die Deutschen haben weder Ahnung von Wirtschaft noch von der digitalen Revolution. Bei Crowdfunding sollte man in beiden Bereichen gut informiert sein.
  3. Crowdfunding, Crowdfinancing, Crowdinvesting, Schwarm-Finanzierung, Crowd-Lending und p2p-Lending… es sind zu viele neue Begriffe, die den meisten ebenso unklar sind wie die hybriden Geschäftsmodelle dahinter.
  4. Für Crowdfunding, Crowdfinancing, Crowdinvesting braucht es Risikobereitschaft, Vertrauen und Empathie. Die gedeihen am besten in lokalen oder themenspezifischen Nischen, was aber die Reichweite der Crowdfunding-Kampagnen und ihr Finanzierungsziel begrenzt. KMU 21 benötigen jedoch eher fünfstellige Summen.
  5. Das Marketing der meisten Crowdfunding-Plattformen spricht die Startups auf der Nehmerseite an, doch kaum die finanzkräftigen Kleinanleger auf der Geberseite. Auch das hat seine Gründe. Sie zu analysieren, würde diesen Rahmen hier sprengen.

Während die Deutschen 2014 rund 5 Milliarden Euro für humanitäre Zwecke spendeten, kamen durch Crowdfunding laut statista nur etw 9 Millionen € zusammen.

Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, jenseits der US-Blaupausen martkgerechtere Finanzierungsmodelle für die KMU 21 hierzulande zu suchen und zu finden. Es gibt sie schon. Mehr dazu nach der Sommerpause. Hier.

 

 

0 Comments

Posted by:
ALaurencon

Posted on:
July 26th, 2015

Posted in: