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Arbeiten 4.0 im binären Modus


Arbeiten 4.0 ist im binären Modus.

Arbeiten 4.0 im binären Modus.

Arbeit und Sozial trennen sich. Wer hätte das nach 150 Jahren fürsorglicher Partnerschaft gedacht! Offiziell sind sie zwar noch ein Paar, denn niemand wagt die Scheidung auszusprechen. Doch jeder geht seine Wege. Sozial wird wieder zu Wohlfahrt und in schlechten Tagen zu  asozial. Arbeit hat das traute Heim verlassen und tut sich schwer, es dem neuen Partner recht zu machen.

Arbeit 4.0 & Wissen. Ziemlich unzertrennlich

Arbeit 4.0 & Wissen. Ziemlich unzertrennlich

Offiziell heisst er Wissen, aber das klingt so neutral und abstrakt. Darum nennen ihn viele eher Ausbildung, Weiterbildung, Studium, Lernen, Schule, Universitäten, denn darunter können sie sich etwas Konkretes vorstellen und an eigene Erfahrungen anknüpfen.

War es Liebe auf den ersten Blick oder gar Torschlußpanik? Weder noch. Dame Arbeit wurde einfach im Schlaf von dem agilen und flexiblen Wissen übermannt und muß sich jetzt unentwegt mit ihm auseinandersetzen. Der neue Partner ist nicht nur wechselhaft mit vielen Facetten. Er ist auch unermüdlich und immer in Beta. Dame Arbeit muss sich anpassen, umstellen, agil, flexibel und mobil sein. Das Kräfteverhältnis hat sich komplett verändert. Mit Sozial gab die Arbeit das Tempo vor. Jetzt muss sie Schritt halten. Ihr neuer Partner ist ihr immer ein paar Takte voraus und wird selber von virtuellen unsichtbaren Energien angetrieben, die digitalen Technologien. Sie verhelfen ihm zu unbegrenzter Vitalität und die Dame Arbeit muss, ob sie will oder nicht, immer mitziehen.

Gar nicht so einfach, schnell, fit, frisch und agil und up-to-date zu sein, wenn man in die Jahre gekommen ist. Die Umstellung vom bequemen Sozial zum umtriebigen Wissen ist eine unendliche Herausforderung.

Simultan

Vorbei die guten alten Zeiten, wo alles fest geregelt war: Lehrzeit, Arbeitszeit, Freizeit. Im binären Modus passiert alles gleichzeitig. Lebenslanges Lernen und Arbeiten, simultan oder abwechselnd, zuhause, unterwegs, am Arbeitsplatz, projektbezogen und möglichst proaktiv. Proaktives Lernen macht aus

Arbeiten 4.0 ist im binären Modus.

Arbeit und Wissen: DNA 4.0

unstrukturierten Wissensfragmenten neue Kompetenzen oder Produkte als Dienstleistung (PaaS).

Was bedeutet das konkret? Jeder kann sich aus der globalen Datenbank Komponente beschaffen, aus denen sich die Fertigkeiten ergeben, die ein spezifisches Problem lösen. Abschreiben, auswendig lernen, büffeln und kopieren war gestern und verhältnismässig einfach. Arbeiten 4.0 verlangt

zusätzlich einen Schuss Neugier mit einer Dosis Wachsamkeit, sonst ist man nicht innovativ, sondern einfach banal und kann leicht von lernenden Maschinen oder billigeren Menschen ersetzt werden. Das bedeutet konkreter aber auch, dass jeder eine zusätzliche Zeitlinie einrichtet. Individuelles Wissensmanagement und beruflicher Werdegang sind simultane Prozesse mit vielen Interaktionen.

 Disruptiv

Der Mehrwert der Arbeit hängt zunehmend von der Frische des Wissens ab. Bei einer alljährlichen Verdoppelung des globalen Wissens bedeutet es für den Einzelnen, daß er schon früh diesen binären Modus im Kopf hat. Vorbei die Zeiten, wo es reichte, dass man für eine begrenzte Zeit in der Schule, Lehre, Ausbildung die richtige bittere Medizin schluckte, um somit im Berufsleben leicht und sicher voranzukommen.

Pünktlichkeit, Ordnung, Gehorsam und Zielstrebigkeit galten als Meilensteine auf dem steinigen Weg zum Erfolg, der aber nur knapp ein Viertel der Lebenszeit ausmachte. Damit ist es vorbei. Der arbeitende Mensch der Wissensgesellschaft 21 ist ein Lernender solange er lebt. Er lernt nie aus, und genau gesagt, er muss alle fünf Jahre umlernen. Wissen ist wechselhaft und Anpassungsfähigkeit und Neugier sind die Voraussetzung, um nie am Wegrand sitzen zu bleiben.

Stakeholder 4.0

Dass die Festanstellung ebenso wie der Angestellten-Status Auslaufmodelle sind, ist für über die Hälfte der Erwerbstätigen 2015 schon längst Realität. Bislang wird diese heimliche Revolution immer noch als Privatangelegenheit abgetan, mit der die Gesellschaft nichts zu tun hat. Die Tatsache, daß plötzlich Wissen und nicht mehr Sozial der Weggefährte der Arbeit ist, macht auch keine Schlagzeilen. Wissen und Arbeiten hatten ja schon immer ein enges Verhältnis. Nicht ganz.

Erst mit der Dienstleistungsgesellschaft stieg der Bedarf an gut ausgebildeten Leistungsträgern. Studium, Diplome und teure Ausbildungen wurden zur Lebens- und Altersversicherung. Mit einer klugen Verhältnisrechnung Zeit+ Geld=Rendite konnte man für die Zukunft der Kinder vorsorgen und im Notfall versorgte das Sozialmodell auch die anderen. Doch das verendet, seitdem man seine direkte Verbindung zur Arbeitswelt getrennt hat.

Wissen ist Bildung 4.0

Mit dem Wissen in der Tiefkühlpackung ist es vorbei. Wissen wird learning by doing, Social Learning  oder Web learning und hat plötzlich ein virtuelles Verfallsdatum. Als Materie bleiben seine Inhalte weiter interessant und wertvoll. Problematisch wird nur ihre Umwertung auf dem Arbeitsmarkt. Teure Managementschulen rüsten darum eilends auf MOOC, Inhouse-Coaching oder Mass Customized Learning um. Juristische Fakultäten müssen innovativer als die intelligente Software sein, die in Sekundenschnelle aus allen Präzedenzfällen Gesetzen und Jurisprudenz eine Synthese erstellt und konkrete Lösungen vorschlägt. Für Unternehmen wird Wissen in der Anwendung und Erweiterung zur Kernaktivität.

Die neue Kernaktivität 4.0

Was verbindet Arbeiten 4.0 und Bildung 4.0? Die unmittelbare Abhängigkeit voneinander. Arbeiten 4.0 – in allen möglichen Varianten und Auslegungen funktioniert nur, wenn dahinter ein permanenter Wissenstransfer steht. Die um den wunderbaren Arbeitsplatz ohne Burn-out, Stress, Frust, Mobbing und Miß-Management sollte sich direkt mit der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens auseinandersetzen. Dazu gehört das Belgut und die Bereitschaft, die KMU in dieser neuen Kernaktivität 4.0 zu unterstützen. Wie? Indem man die bestehenden Strukturen entgrenzt und Formelles zu Informellen umwandelt. Für Bürokraten eine Herausforderung. Für die Lernden und die KMU eine Selbstverständlichkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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